Auf allen kanarischen Inseln gelingt es der fiesta-freudigen Bevölkerung zu mehr oder weniger großen religiösen und anderen – wenn auch noch so kleinen Anlässen - ein passendes Fest zu veranstalten: tanzende Teufel, blühende Mandelbäume, Segen fürs Vieh, sich verkleiden, essen, trinken, tanzen... Ob von Urlaubern unentdeckt im kleinen Dorf in den Bergen oder einem abgelegenen Tal, oder flächenddeckend auf allen Inseln, ob kleine Fiestas oder beeindruckende Prozessionen an den große kirchlichen Festtagen und schließlich der tage- ja wochenlang andauernde Trubel während des Karnevals: die Lebensfreude der Inselbewohner und die Lust am Feiern sind ausgeprägter Bestandteil kanarischer Kultur und Tradition.
Die Feiertage und Feste auf den Kanaren weichen geringfügig von denen des Spanischen Festlandes ab. Sie werden jedes Jahr in allen Regionen Spaniens neu festgelegt. Der Feiertagskalender 2008 auf dieser Seite listet die gesetzlichen Feiertage in der autonomen Region der Kanarischen Inseln für das Jahr 2008 auf. An diesen Tagen sind - außer am 24. Dezember und zu Silvester die Geschäfte geschlossen. Zusätzlich gibt es auf den Kanaren sehr viele lokale und regionale Feiertage, die sogenannten "romerias" und "patronales", die zu Ehren verschiedener Heiliger mit Umzügen, Musik und Tanz gefeiert werden. Oder aber die Fiestas finden aus profanen Anlässen statt wie zum Beispiel das Käsefest, das Mandelblütenfest, ... und natürlich das größte und auf allen Kanarischen Inseln mehrere Tage dauern Spektakel: der Karneval.
| 1. Januar | Dienstag |
Día de Año Nuevo |
Neujahrstag |
| 7. Januar* | Montag | Día de reyes, Epifanía | Dreikönigstag |
| 19. März | Mittwoch | Día de San José | Feiertag des Hl.Josef |
| 20. März |
Donnerstag | Jueves Santo | Gründonnerstag |
| 21. März |
Freitag | Viernes Santo | Karfreitag |
| 23. März |
Sonntag | Domingo de Pascua de Resurreccíon) | Ostersonntag |
| 1.Mai | Donnerstag | Día del Trabajo | Tag der Arbeit |
| 11.Mai |
Sonntag | Pentecostés | Pfingsten |
| Juni |
Corpus Cristi | Fronleichnam | |
| 30. Mai | Freitag | Día de Canarias | Regionalfeiertag der Kanaren |
| 25. Juli ** | Freitag | Día del Apóstol Santiago | Sankt Jakob |
| 15. August | Freitag | Fiesta de la Asunción | Mariä Himmelfahrt |
| 12. Oktober | Sonntag | Día del Hispanidad | Gedenken an die Entdeckung Amerikas |
| 1. November | Samstag | Día de Todos los Santos | Allerheiligen |
| 6. Dezember | Samstag | Día de la Constitucíon | Tag der Verfassung |
| 8. Dezember | Montag | Inmaculada Concepción< | Maria Empfängnis |
| 24. Dezember | Mittwoch | Nochebuena< | Heiligabend |
| 25. Dezember | Donnerstag | Navidad | Weihnachten |
| 31. Dezember | Mittwoch | Nochevieja | Silvester |
* findet normalerweise am 6. Januar statt, wird 2008 verlegt auf Montag, 7.1., da der 6. Januar auf einen Sonntag fällt.
** Der spanienweite Feiertag 25. Juli (Fest des Apostels Jakobus) wird auf
den Kanaren auf jeder Insel durch einen anderen Feiertag ersetzt:
El Hierro: 24. September – Nuestra Señora de los Reyes
Fuerteventura: 20. September – Nuestra Señora de la Peña
Gran Canaria:
8. September – Nuestra Señora del Pino
La Gomera: 6. Oktober – Nuestra Señora de Guadalupe
Lanzarote: 15. September – Virgen de los Dolores, Nuestra Señora de los
Volcanes
La Palma: 5. August – Nuestra Señora de las Nieves
Teneriffa: 2. Februar – Nuestra Señora de Candelaria (Schutzheilige des
Archipels)
Auf den Kanaren gehörte das Verkleiden, Tanzen und Feiern auf den Straßen schon seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Anlass zum Feiern. Manche spanische (katholische) Könige ließen solcherart Maskeraden und Maskenbälle - die vor allem venezianische Kaufleute nach Spanien gebracht haben sollen – verbieten, andere wiederum ließen sie aufleben. Was Kostüme, spektakuläre Umzüge und Musik betrifft, kann man südamerikanischen Einfluss erkennen: viele ehemalige Auswanderer, von denen einige wieder zurückkehrten, brachten die dortige Tradition auf die Inseln. So erinnern nicht nur die Musik, sondern auch die prachtvollen Kostüme während der Umzüge und den zahlreichen Veranstaltungen und Wettbewerben an Rio. Aber bei aller Musik und Tanz und bunter Pracht fehlt auch auf den Kanaren nicht die Satire und Kritik an Politikern, der Gesellschaft oder den alltäglichen Dingen des Lebens. So üben die Canarios einerseits anhand ihrer einfallsreichen Kostümierung Kritik an den Geschehnissen des vergangenen Jahres oder aktuellen Themen, andererseits sorgen die "Murgas", Gesangsgruppen, die insbesondere auf Gran Canaria gemeinsam mit den "Comparsas", den prachtvoll ausstaffierten Tanzgruppen, das Kamevalsgeschehen bestimmen, für satirische und kritische Töne. Die jeweiligen Umzüge finden je nach Stadt und Insel an teilweise unterschiedlichen Tagen statt. Prachtvolle Umzüge gibt es in Santa Cruz und Puerto de la Cruz auf Teneriffa, in Las Palmas und Maspalomas auf Gran Canaria, in Santa Cruz de La Palma, in Arecife und Puerto del Carmen und Playa Blanca auf Lanzarote und in Puerto del Rosario und Corralejo auf Fuerteventura. Rund fünf Stunden dauert der große Umzug in Santa Cruz de Tenerife und mehr als 20.000 kostümierte Karnevalsaktivisten nehmen teil. Die Bürger von Las Palmas, Murgas und Comparsas, geschmückte Wagen, Autos, und viele sich spontan dazu kostümierte Gruppen ziehen auf rund sieben Kilometern an rund 200 000 Zuschauern vorbei durch ihre Stadt. Auf den Kanareninseln steht der Karneval unter einem jährlich wechselnden Motto.
Einer der Höhepunkte des Karnevals ist auf Teneriffa und Gran Canaria, wie auf nahezu allen Kanareninseln, die Wahl der Karnevalskönigin. Auf Gran Canaria wird alljährlich neben der Königin auch eine "Drag-Queen" gewählt, ein Spektakel, das zu den außergewöhnlichsten des Karnevals auf der Insel gehört, denn die Travestie spielt in der Geschichte des Karnevals seit Jahrhunderten, nicht nur in Spanien eine bedeutende Rolle, eine Tatsache, die insbesondere den Kirchenobersten stets ein Dorn im Auge war. So gibt es im Archiv von Santa Cruz de Tenerife noch das Dokument eines Ediktes aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, dass Verkleidungen, die das Geschlecht veränderten, verbot. Die Königin und auf Gran Canaria auch die Drag Queen sind es, die auf allen prachtvollen Umzügen, vom Eröffnungskorso bis zur "Apotheose" und den großen Umzügen die absoluten Höhepunkte des Karnevals darstellen.
Ein Spektakel nicht minderer Art ist das grosse "Begräbnis der Sardine", das das Ende der Karnevalstage, die auf den Kanaren traditionell bis zum Sonntag nach dem eigentlichen Kamevalswochenende dauern, einläutet. Ein riesiger Pappmaché-Fisch wird vom Parque San Telmo in Las Palmas aus in einem reich geschmückten und ausgelassenen "Trauerzug" bis an den berühmtesten Stadtstrand, die Playa de las Canteras, gebracht, und dort unter Musik und Feuerwerk "begraben". Lateinamerikanisches Kamevalstreiben auf den Strassen von Santa Cruz und Puerto de la Cruz auf Teneriffa, in Las Palmas und Maspalomas de Gran Canaria und - wenn auch in bescheideneren Ausmaßen auf La Palma, Lanzarote und Fuerteventura - sorgen dafür, dass der Karneval auf den Kanaren zu den berühmtesten in ganz Spanien gehört. Auf dem Festland erreicht lediglich der Karneval von Cádiz diese Popularität.
„Octavo de Corpus Christi“ - dieses Fest dauert mehrere Tage. Es wird mit Plakaten angekündigt und in La Palma sogar in einem eigens dafür eingerichteten Museum, dem Fronleichnams- und Stickerei-Museum in Mazo gewürdigt. Auf bestimmten dafür ausgewählten Straßen werden von den Bewohnern farbenprächtige Teppiche aus bunten Blumen, Blüten und farbigem Sand mit Ornamenten und Szenen aus der Bibel gelegt.
Im Zuge der Romeria, der Pilgerfahrt ziehen die Einwohner der Inseln in ihren Trachten gekleidet durch die Straßen, schieben fantasievolle mit Blumen geschmückte Wagen vor und hinter sich her und machen immer wieder Halt für Tanz, Wein und Gesang.Die jeweiligen Termine für die beliebten Romerías werden unter den Gemeinden aufeinander abgestimmt, so dass man die Möglichkeit hat, an mehreren solcher Pilgerfahrten teilzunehmen.