Dem Passat und dem Kanarenstrom, einem kühlen Nebenfluss des Golfstroms, der ihn bei den Azoren verlässt, ist es zu verdanken, dass El Hierro kein arides Klima wie die Sahara auf gleicher nördlicher Breite hat. Die Meerestemperatur von 18 °C im Winter und knapp über 20 °C im Sommer mäßigt das Klima an den Küsten. Der Nordostpassat ist das Produkt der durch die intensive Sonnenbestrahlung des Äquatorgürtels (10°S bis 10°N) dort entstehenden Tiefdruckrinne. Diese wiederum resultiert aus den bis zur Tropopause aufsteigenden erwärmten Luftmassen, die dann auf unserer Nordhalbkugel nordwärts strömen, wobei sie sich, höhenbedingt, abkühlen und infolgedessen auf etwa der geographischen Breite von 20° bis 30°N absinken (subtropischer Hochdruckgürtel), und aus diesem heraus am Boden wieder nach Süden zurück zur äquatorialen Tiefdruckrinne strömen. Durch die Reibung an der Erdoberfläche erfahren diese Luftmassen eine Ablenkung nach Westen, daher der Nordostpassat. Von dort kommend hat der meeresfeuchte Luftstrom El Hierros Berge zu überwinden, und regnet daher gern auf der Nordostseite der Insel ab. Auf der Südwestseite der Insel kommen die Wolken nicht mehr an, da sie sich abgeregnet oder verflüchtigt haben. Über der Landmasse wärmt sich die Luft nämlich auf, weshalb der Südwesten sehr trocken und heiß ist.
Im Sommer liegt die Temperatur im Norden an der Küste bei 26 °C, im Süden dagegen bei 30 °C; in Valverde auf 600 m ü. NN im Sommer nur bei 18 °C. Im Winter ist es im Norden an der Küste etwa 20 °C kühl, im Süden etwa 1,5 °C wärmer. In Valverde erreichen die Temperaturen dagegen nur 11,5 °C im Winter. Angegeben sind immer Durchschnittswerte. Niederschläge fallen in Valverde im Winter 80 mm im Monat, im Süden nur 25 mm. Im Sommer ist im Süden meist kein Niederschlag zu verzeichnen, in Valverde aber sind immer noch 5 mm im Monat möglich.