Auf der Insel El Hierro, am äußersten Rand der Kanaren verläuft das Leben noch geruhsam. Sie ist vom Massentourismus verschont geblieben. Man findet hier noch Tradition und lebendige Bräuche sowie Qualität statt Quantität. Sanfter Toursimus geht hier einher mit Umweltbewußtsein. Es gibt keine konzentrierten Touristen-Zentren mit pauschalen Familienurlauben, und kaum langen Sandstränden sondern alternative Unterkünfte für Individualurlauber mit ca.2000 Betten über die gesamt Insel verstreut. Sie genießen vor allem die unterschiedlichen und reizvollen Aspekte der Landschaft. Wichtigster Ort ist die Hauptstadt Valverde, die im Inneren der Insel liegt. Daneben sind auch Tinor, San Andrés und Frontera von Bedeutung um den Charakter der Insel und ihrer Bewohner kennen zu lernen. Nicht außer Acht lassen sollte man dabei die vorzüglichen Weine, die hier angebaut werden und die heimischen Käseprodukte, wie den geräucherten Käse oder die Käseküchlein.
El Hierro ist die westlichste und kleinste der sieben Kanarischen Inseln. Sie gehört wie La Palma zur Provinz Teneriffa. Auf der Insel mit der Fläche von 268,71 Quadratkilometern leben knapp 11.000 Einwohner, die sich über die beiden Gemeinden Valverde und La Frontera verteilen, in letzterer liegt die Hauptstadt Valverde. El Hierro wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Dies, das Klima, die Strände, die Ruhe und die abwechslungsreiche Landschaft sprechen für einen Urlaub auf El Hierro.
Es gibt aus Mittel- oder Nordeuropa keine Direkt-Flüge um nach El
Hierro zu gelangen. El Hierro ist jedoch über seinen Insel-Flughafen
mit einigen Nachbarinseln verbunden.Im Jahr 1972 wurde nach Abschluss
der Bauarbeiten der Flughafen von El Hierro für den Luftverkehr
geöffnet und brachte so eine neue Art des Tourismus für die Insel mit
sich. Gäste, die Ihren Urlaub auf der Kanarischen Insel El Hierro
verbringen wollen, müssen auf Cran Canaria, Teneriffa oder La Palma auf
die innerkanarische Fluggesellschaft Binter Airlines umsteigen – oder
die Fähre nehmen...
Es gibt eine tägliche Verbindung mit der Fähre Fred.Olsen von El Hierro nach Teneriffa. Die Fahrt mit der Schnellfähre dauert 2 Stunden. Die Fähr-Linie Naviera Armas verkehrt ebenso täglich auf dieser Strecke. Mit der Fähre Transmediterranea kommen Sie 1x pro Woche vom Hafen Puerto de la Estaca auf El Hierro nach Teneriffa und weiter nach Cadiz (Spanien, Festland) Straßen, Taxis, Mietwagen, Busse auf El Hierro Wie alle Kanaren hat auch El Hierro ein gut ausgebautes Straßennet auf dem sowohl Hafen als auch Flughafen leicht zu erreichen sind. Dafür sind Linienbusse und Taxis die etwas zeitraubendere bzw. teurere Variante – auch um El Hierro zu erkunden. Es empfiehlt sich einen Mietwagen bei einer der zahlreichen Autovermietungen zu buchen.
Strände
Für einen längeren Badeurlaub eignen sich der Strand "Playa del
Verodal" die Küstenorte La Caleta, Timijaraque und Tamaduste. An
sonsten gibt es viele kleiner Buchten und einige Meeresschwimmbecken.
Ebenfalls zum Baden geeignet ist der kleine Sandstrand im Hafen von La
Restinga, der durch die Mole in geschützter Lage ganzjährig zum Baden
in sehr sauberem Wasser einlädt. Eine auch bei den Herreños sehr
beliebte Badestelle ist das Tacoron, ca. fünf Kilometer nordwestlich
von La Restinga. Sauberes Wasser und eine dei vielfältige Fauna des
Meeres laden zum Schnorcheln und Tauchen ein, wobei besonders das "Mar
de las Calmas" bei Tauchern sehr beliebt ist.
Entstehung des Tales El Golfo
Während der mittleren Ausbruchsperiode entstand das Tal El Golfo. Es
handelt sich nicht, wie bisher angenommen, um einen Teil eines alten
Riesenkraters, der zur Hälfte im Meer versunken ist, sondern das Tal
entstand nachweislich durch Erosion einer großen Inselmasse, die einst
das Tal füllte. Ein riesiger Vulkan hatte sich hier immer höher
aufgetürmt, schließlich brach er unter seinem eigenen Gewicht weg. Es
entstand wahrscheinlich eine große Flutwelle (Tsunami). Nur die steilen
Felswände blieben stehen, von denen man bisher vermutete, sie seien
Teil des Kraterrandes des vermeintlichen Riesenkraters. Diese Wände
sind wesentlich älter als das Gestein des Talbodens, welches erst nach
dem Zusammenbruch von einem untermeerischen Vulkan neu aufgebaut wurde.
Das Zentrum dieses Vulkans liegt im Scheitelpunkt der Y-Form.
Die grünste Zone von El Hierro ist die landwirtschaftlich genutzte Senke des El Golfo Tales. Im Inselinneren gibt es Pinienwälder und als Kontrast dazu schroffe Lavaformationen. Sehr schöne Ausblicke in die Landschaft gewähren die "Miradores" - Aussichtspunkte an exponierten Stellen z.B. der Mirador de Las Playas am Ostrand der Insel über der Bucht von Las Playas, Mirador de la Peña mit dem vom lanzarotenischen Künstler César Manrique entworfenen Restaurant und einem beeindruckenden Blick auf die Bucht von El Golfo.
Im Gegensatz zu den Nachbarinseln ist El Hierro außer im Nordosten kaum
von Barrancos (Schluchten) zergliedert. Quer über die Insel zieht sich
die Cumbre, die bewaldete Gipfelregion der Vulkanberge. Grob kann man
die drei Landschaftsformen der weiten Hochebene im Nordosten, des
El-Golfo-Tales im Nordwesten und der abfallenden Fläche El Juláns im
Südwesten feststellen. Es gibt große Gegensätze: Einerseits ist El
Hierro im Verhältnis zur Grundfläche sehr hoch (bis 1.500 m ü.d.M.) und
weist daher zu 90 Prozent (mehr als 100 km) der Küstenlinie steile
Klippen auf, andererseits hat sie ein sanfthügeliges, fruchtbares
Hochland, welches im kanarischen Archipel einzigartig ist. Dieses wird
landwirtschaftlich intensiv genutzt. Flache Küstengebiete gibt es bis
auf das Golftal nicht. El Hierro bietet trotz der geringen Größe eine
beträchtliche, landschaftliche Vielfalt, wie beispielsweise karge
Lavawüste, märchenhaften Nebelwald, Kiefernwälder, Obsthaine,
saftig-grünes Weideland bis hin zu Ananas- und Bananenplantagen. Im
Süden befindet sich die Cueva de Don Justo, die größte Höhle der Insel.
Sie besteht aus einem weit verzweigten System von Lavatunneln. Diese
entstehen, wenn die Außenhaut der Lava bereits erkaltet und stehen
bleibt, im Innern die Lava jedoch weiter fließt. Es gibt auf El Hierro
auch viele vulkanische Höhlen, die durch Gasblasen entstanden sind.
Einige dienten bereits den Guanchen als Unterkunft oder Grabstätte.
Flora
El Hierro liegt zwar auch im Einfluss des Nordostpassats, trotzdem ist
die Vegetation nicht so üppig, wie auf den grünen Nachbarinseln La
Palma, Teneriffa oder La Gomera. Der Grund liegt darin, dass weite
Teile der Insel mit noch jüngerer Lava bedeckt sind, und dass auf
großflächige Rodung der einst dichten Wälder die Erosion folgte. Aber
es gibt trotzdem noch eine große Artenvielfalt und einige Endemiten.
Gute Beispiele sind die lebenden Fossilien wie der Kanarische
Drachenbaum und einige Farne. Versteinerte Funde weisen darauf hin,
dass diese Pflanzen die Nachkommen einer Art aus dem Mittelmeerraum
sind, die vor etwa einer Million Jahren dort existierten.